Kein Blut, keine Forensik, keine Serienmörder. Die Spannung kommt aus Fristen, die ablaufen, aus Zahlen, die nicht aufgehen, und aus der Frage, wer gerade lügt. Ein Krimi, den man abends zu Ende lesen kann, ohne dass er einem die Nacht verdirbt, und der trotzdem nicht harmlos ist.
Dafür kann man gewinnen. Jeder Fall enthält ein Rätsel, das fair mitlösbar ist: eine Ziffernfolge auf einer Getränkekarte, ein Schlüssel zwischen sechs Griffbändern, eine Uhr am Clubhausgiebel, die jeder abliest und keiner nachstellt. Alles, was Erdmann hat, hat der Leser auch, und zwar bevor es gebraucht wird. Wer mitzählt, kann vor ihm dort sein.
An seiner Seite:
Schröder, der längst kein Assistent mehr ist und es auch nicht mehr sein will. In diesen drei Fällen zieht er einmal seine Dienstwaffe und feuert nicht, bricht einmal eine Anweisung, weil sich die Lage geändert hat, und hört einmal einen alten Mann sagen, dass er tun wird, was der Jüngere anordnet.
Lina Berg, deren journalistischer Blick die Lücken sieht, die Erdmann noch nicht so nennen will, und die diesmal etwas zu verlieren hat. Und der Leser, der wie ein weiterer Ermittler am Zaun steht.
Ohne Blutrausch, aber mit Scharfsinn. Ohne Cliffhanger-Klischees, aber mit Haltung. Und immer mit Berliner Schnauze.