Erdmann ermittelt

Beweisstück · Fallakten 17–19 · Vorschau 2027

Band 4 · Erdmann ermittelt

Drei neue Fallakten. Erscheint zum Jahresbeginn 2027

In Band 1 hatten die Täter ein Motiv. In Band 2 hatten sie eine Gelegenheit. In Band 3 hatten sie eine Zuständigkeit. In Band 4 haben sie einen Beweis.

Alle drei sind auf dem Papier im Recht. Einer hat unterschriebene Wartungsprotokolle. Einer hat einen Grundbucheintrag von 1974 und stellt einen Antrag, den ihm kein Amt verweigern kann. Und eine hat eine Tonaufnahme, auf der jedes Wort echt ist. Nicht die Lüge ist in diesen drei Fällen das Werkzeug, sondern der Nachweis.

Erdmann ist einundsiebzig. Er hat keine Marke, keine Waffe und keinen Anspruch darauf, dass ihm jemand antwortet. Er hat einen Thermosbecher, ein Knie, das an kalten Morgen mitredet, und die Angewohnheit, sich Dinge in der falschen Reihenfolge anzusehen. In Band 4 nützt ihm das mehr als je zuvor, denn was hier zu prüfen ist, sieht in jeder einzelnen Zeile korrekt aus.

Band 4 – Vorschau

Die drei Fallakten

17 · Letzter Aufschlag rechts – und dann krachte es

In der Traglufthalle des TC Riedufer knallt es. Sechzehnmal in vierzehn Monaten, immer abends, immer beim Umschalten der Gebläse. Zwei Spieler stürzen, ein Vierundsiebzigjähriger steht nicht mehr richtig auf und stirbt sieben Wochen später in der Reha. Niemand hat die beiden Daten je nebeneinandergelegt. Der Verein hält es für Pfusch, die Versicherung für Verschleiß, und Erdmann fällt auf, dass Pfusch keinen Takt hat. Für den einen Abend, an dem ein Sechzehnjähriger stürzt, steht in der Ereignisliste der Hallenautomatik: nichts. Genau diese Lücke ist die Lösung.

18 · Gerüchte über Grasnarben

Ein Streifen unter den drei Rasenplätzen des TC Fährkrug gehört seit 1974 jemand anderem. Der Mann, dem er gehört, weiß es seit dreißig Jahren und hat dreißig Jahre geschwiegen. In der Nacht vor der Mitgliederversammlung liegt der alte Grenzstein frei. Ilka Nagorsny, seit zwanzig Jahren die Frau, die alles macht, was sonst keiner macht, geht am Morgen wie immer den kurzen Weg über Platz eins. Dreißig Meter entfernt steht jemand in der Hecke und sieht zu. Die Tat ist nicht die Grube. Die Tat ist das Stehenbleiben, und dafür gibt es einen Paragrafen.

19 · Verlorene Ehre

Bei der Polizei liegt eine Tondatei, auf der sich eine Jugendtrainerin mit ihrer eigenen Stimme belastet. Jedes Wort darin ist ihres. Der Satz ist es nicht. Auf der Anlage kommt währenddessen von der Tribüne ein „Aus!“, jedes Mal, nachdem zwei Finger auf das Geländer geklopft haben, und ein fünfzehnjähriges Mädchen muss in einer halben Sekunde entscheiden, ob es einem Erwachsenen widerspricht. Die Trainerin könnte sich entlasten. Sie schweigt, weil ihre Verteidigung ein Kind kosten würde. Am Montag um zwölf läuft eine Frist ab, und genau darum ging es von Anfang an.

Was sich in Band 4 ändert

Die Gegner sind zum ersten Mal formal im Recht. Sie fälschen keine Unterschrift, die nicht ihre wäre, sie brechen nirgends ein, sie behaupten nichts Unwahres. Sie bringen ein Verfahren in Gang, das dann von allein läuft, und das ist schwerer zu stoppen als eine Lüge.

Und die Opfer sind Menschen, die in keiner Rechnung stehen: ein alter Mann, den man auf der Liste der Stürze als Nummer zwölf führt. Eine Frau, deren Arbeit erst auffällt, als sie nicht mehr gemacht wird. Eine Trainerin, deren Ruf in zwei Tagen weg ist, weil niemand eine halbe Stunde lang nachfragt.

Schröder führt in diesem Band zum ersten Mal selbst das Verfahren, und zwar zweimal gegen den falschen Menschen. Beide Akten sind sauber. Das ist das Problem.

Was dieses Buch ist, und was nicht

Kein Blut, keine Forensik, keine Serienmörder. Die Spannung kommt aus Fristen, die ablaufen, aus Zahlen, die nicht aufgehen, und aus der Frage, wer gerade lügt. Ein Krimi, den man abends zu Ende lesen kann, ohne dass er einem die Nacht verdirbt, und der trotzdem nicht harmlos ist.

Dafür kann man gewinnen. Jeder Fall enthält ein Rätsel, das fair mitlösbar ist: eine Ereignisliste, in der eine einzige Zeile fehlt, ein Sandkorn an einer Schuhkante, ein tropfender Wasserhahn, der am Donnerstag repariert wird und danach in einer Aufnahme weitertropft. Alles, was Erdmann hat, hat der Leser auch, und zwar bevor es gebraucht wird. Wer mitzählt, kann vor ihm dort sein. Wer es nicht schafft, sieht beim zweiten Lesen, dass alles da stand.

An seiner Seite:

Schröder, der längst kein Assistent mehr ist und in diesen drei Fällen erfährt, wie es sich anfühlt, korrekt zu arbeiten und trotzdem falsch zu liegen.

Lina Berg, die zweimal genau das Richtige tut und beide Male zusieht, wie es zur Waffe wird, und die am Ende die größte Geschichte ihres Jahres nicht schreibt, weil ein Kind darin vorkommt. Und der Leser, der wie ein weiterer Ermittler am Zaun steht.

Ohne Blutrausch, aber mit Scharfsinn. Ohne Cliffhanger-Klischees, aber mit Haltung. Und immer mit Berliner Schnauze.

Muss man die Bände 1 bis 3 kennen?

Nein. Jede Fallakte steht für sich, und wer hier einsteigt, versteht alles. Wer die früheren Bände gelesen hat, erkennt allerdings, wie weit Schröder gekommen ist, warum Lina bei einer bestimmten Entscheidung nicht zögert, und was es bedeutet, wenn Erdmann einmal nichts sagt.

Der Band

Erscheint zum Jahresbeginn 2027

Taschenbuch · ISBN folgt

eBook · ISBN folgt

Am direktesten kommt der Band über den tredition-Shop zu euch. Dort landen die meisten Taler in Erdmanns Kaffeekasse, und wir wissen beide: ohne Koffein läuft hier gar nichts.

Zum Erscheinen wird es den Band auch bei Amazon, Thalia, Hugendubel, Bücher.de und allen anderen bekannten Händlern geben. Einfach bestellen und liefern lassen, ganz ohne Rätselraten.

Oder, für alle, die gern mit Menschen reden, im Buchladen an der Ecke. Dort dauert es vielleicht zwei bis fünf Tage länger, aber der persönliche Kontakt ist bekanntlich durch nichts zu ersetzen.

Danke fürs Mitlesen, Mitfiebern und Mitraten. Und für all die Ideen, Hinweise und humorvollen Nachrichten, die mich weiterschreiben lassen.

Claudio Gärtner

Zugehörige Fallakten

Die vollständigen Vorschautexte zu den Fällen dieses Bandes sind im Archiv zusammengefasst.