Kein Blut, keine Forensik, keine Serienmörder. Die Spannung kommt aus Fristen, die ablaufen, aus Zahlen, die nicht aufgehen, und aus der Frage, wer gerade lügt. Ein Krimi, den man abends zu Ende lesen kann, ohne dass er einem die Nacht verdirbt, und der trotzdem nicht harmlos ist.
Dafür kann man gewinnen. Jeder Fall enthält ein Rätsel, das fair mitlösbar ist: eine Ereignisliste, in der eine einzige Zeile fehlt, ein Sandkorn an einer Schuhkante, ein tropfender Wasserhahn, der am Donnerstag repariert wird und danach in einer Aufnahme weitertropft. Alles, was Erdmann hat, hat der Leser auch, und zwar bevor es gebraucht wird. Wer mitzählt, kann vor ihm dort sein. Wer es nicht schafft, sieht beim zweiten Lesen, dass alles da stand.
An seiner Seite:
Schröder, der längst kein Assistent mehr ist und in diesen drei Fällen erfährt, wie es sich anfühlt, korrekt zu arbeiten und trotzdem falsch zu liegen.
Lina Berg, die zweimal genau das Richtige tut und beide Male zusieht, wie es zur Waffe wird, und die am Ende die größte Geschichte ihres Jahres nicht schreibt, weil ein Kind darin vorkommt. Und der Leser, der wie ein weiterer Ermittler am Zaun steht.
Ohne Blutrausch, aber mit Scharfsinn. Ohne Cliffhanger-Klischees, aber mit Haltung. Und immer mit Berliner Schnauze.