Erdmann ermittelt

Erdmann · Lina Berg · Schröder

Das Dezernat – die Figuren

Die Köpfe hinter den Fällen. Ein Kommissar im Ruhestand, eine hartnäckige Reporterin und ein Ermittler, der seinen eigenen Weg findet.

Drei Perspektiven auf einen Fall

Die Köpfe hinter den Fällen

Einer hört zu. Eine fragt nach. Einer will es ganz genau wissen. Zusammen kommen sie weiter.

Erdmann – Figurenillustration

Kommissar a. D.

Erdmann

Vierzig Jahre Berliner Polizei haben Erdmann einen Blick für das beigebracht, was nicht stimmt – auch wenn es nach außen noch so korrekt wirkt. Seine Verhöre waren Gespräche, seine Ermittlungen Geduldsspiele. Die Kollegen nannten es „Erdmanns Spürsinn“. Er selbst nannte es „Zuhören, wenn andere reden“.

Im Ruhestand hat er sich ein neues Revier gesucht: einen Tennisclub. Sandplätze, Vereinsheim mit Geranien und Menschen, die ihre alten Rechnungen in weißen Polos austragen. Erdmann sitzt am Spielfeldrand, der Thermobecher dampft, und sein Blick folgt längst nicht nur dem Ball. Hinter Doppelfehlern und Getränkemarken entdeckt er Abgründe, über die andere hinwegsehen.

Mit Trenchcoat, lakonischem Witz und viel Geduld nimmt er Menschen ernst, ohne ihren Selbstdarstellungen zu glauben. An seiner Seite: Lina Berg, die die richtigen Fragen stellt, und Schröder, der lernt, auch auf die Pausen zwischen den Antworten zu hören.

Das vollständige Porträt
Lina Berg – Figurenillustration

Journalistin

Lina Berg

Manche Menschen geraten in Geschichten. Lina Berg schreibt sie. Sie war nie die Lauteste in der Runde, aber diejenige, die am nächsten dran war: am Nebensatz, an der Körpersprache und an dem Moment, in dem ein Gesicht nicht zum Gesagten passte.

Über Lokalzeitung und Stadtmagazin führte ihr Weg zum Tennis. Was als Auftragsarbeit begann, wurde zum Blick hinter die Kulissen einer Szene, die lieber über Doppelfehler als über Doppelmoral spricht. Lina recherchiert langsam, denkt schnell und lässt sich von einem freundlichen „Alles gut!“ selten überzeugen. Wenn im Vorstand mehr gedeckt als aufgedeckt wird, fragt sie weiter.

In Erdmann erkennt sie dieselbe Skepsis und dieselbe Abneigung gegen oberflächliches Geplänkel. Ihre Recherchen öffnen Türen, ihre Fragen bringen ihn auf Ideen – und manchmal ist es ihr Artikel, der einen Fall zum Beben bringt. Eine gute Geschichte endet für Lina dort, wo andere anfangen zu schweigen.

Das vollständige Porträt
Schröder – Figurenillustration

Ermittler

Schröder

Frisch von der Polizeiakademie, voller Tatendrang und ordentlich gebügelt: So landete Schröder an Erdmanns Seite. Er kannte die Forensikbegriffe, glaubte an klare Protokolle und wollte möglichst schnell die richtige Antwort liefern. Dann begegnete er einem Kommissar, der lieber schwieg, zuhörte und beim zweiten Kaffee die entscheidende Frage stellte.

Schröder staunte, stolperte und notierte. Viel. Mit Füller, in einem karierten Notizbuch, das bald mehr Kaffeeflecken als Einträge hatte. Er macht Fehler, redet manchmal zu schnell und zieht gelegentlich einen Schluss, bevor alle Fragen gestellt sind. Aber er besitzt etwas, das ihn unverzichtbar macht: Er will verstehen. Und er ist loyal.

Aus dem eifrigen Assistenten wächst ein Ermittler mit eigenem Urteil. Zwischen Menschen, Motiven und Milchkaffee lernt er, dass nicht jede Wahrheit im Labor zu finden ist. Mit Ambitionen, ohne Allüren – und mit dem Herzen am richtigen Fleck.

Das vollständige Porträt

Hinter den Geschichten

Claudio Gärtner – der Autor

Journalist, Pressefotograf und Wortliebhaber aus Berlin. Aus seinen Beobachtungen am Tennisplatz entstand die Welt von Kommissar Erdmann: voller Zwischentöne, Berliner Humor und menschlicher Abgründe zwischen den Ballwechseln.

Claudio Gärtner – Autorenillustration
Die vollständige Autorenakte

Claudio Gärtner ist Journalist, Pressefotograf und Wortliebhaber mit einem ausgeprägten Hang zum gepflegten Seitenwechsel – vom Spielfeldrand ins Schreibzimmer, vom Abdrücken zum Abwägen. Wer ihn schon einmal mit der Kamera an einem Berliner Tennisplatz erlebt hat, weiß: Er ist nah dran, ohne aufdringlich zu sein. Beobachtend. Registrierend. Und manchmal schmunzelnd, wenn sich auf dem Platz kleine Dramen entfalten, die auf dem Spielberichtsbogen nie auftauchen würden.

Seit vielen Jahren begleitet Claudio Gärtner die Welt des Berliner Tennissports – visuell, sprachlich und mit einem untrüglichen Gespür für das Groteske im Gewöhnlichen. Seine Fotos sind in zahlreichen Medien und auf Vereinskanälen präsent, seine Texte prägen die mediale Kommunikation eines Berliner Tennisclubs. Und seit über einem Jahr trägt er auch die redaktionelle Verantwortung für das traditionsreiche Verbandsmagazin matchball des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg – als Chefredakteur mit einer klaren Linie und einer Vorliebe für Geschichten, die sich nicht auf das Ergebnis reduzieren lassen.

Gerade durch das Schreiben von Spielberichten, Porträts und Kommentaren wurde etwas wieder wachgekitzelt, das lange geschlummert hatte: die Lust am literarischen Erzählen. Und so entstand – fast wie nebenbei – die Idee zu einem Buch, das beides vereint: den Blick des Journalisten und die Fantasie des Geschichtenerzählers. Kommissar Erdmann a.D. war geboren.

Was als journalistischer Alltagsblick auf Berliner Tennisplätze begann, verwandelte sich Kapitel für Kapitel in fiktive Kriminalfälle, in denen Doppelfehler nicht nur auf dem Platz passieren – und wo ein Schluck zu viel Vereinskaffee schon mal eine ganze Verschwörung aufdecken kann. Die Welt von Kommissar Erdmann ist inspiriert vom echten Leben auf den Vereinsanlagen dieser Stadt: von alten Rivalitäten, neuen Intrigen, viel Menschlichem zwischen den Ballwechseln – und gelegentlich einer Leiche in der Umkleide. Natürlich rein zufällig.

Mit lakonischem Humor, Berliner Tonfall und einem feinen Gespür für Zwischentöne erweckt Claudio Gärtner eine Figur zum Leben, die den Leser begleitet wie ein alter Bekannter – einer, der die Menschen versteht, weil er sie beobachtet, nicht weil er sie unterbricht. Kommissar Erdmann a.D. ist ein Krimiprojekt, das sich Zeit nimmt für Atmosphäre, Dialoge und Umwege – und in jeder Geschichte spürbar macht, wie viel echtes Erleben darin steckt. Kein Abziehbild, sondern eine liebevolle Karikatur unserer Sportwelt.

Denn eines ist klar: Wer so lange an Berliner Tennisplätzen unterwegs ist, der weiß, dass dort nicht nur Bälle, sondern auch Eitelkeiten, Träume, Niederlagen und bisweilen auch dunkle Geheimnisse fliegen.

Claudio Gärtner lebt und arbeitet in Berlin – mit Kamera, Notizbuch, Espresso und einer wachsenden Liste von Fällen, die Kommissar Erdmann noch lösen muss. Denn wie heißt es so schön: Einmal im Leben sollte man ein Buch schreiben. Oder, wie Erdmann sagen würde: „Wenn schon Ruhestand, dann wenigstens mit Verbrechen.“