Fallakten 17–19
Fallakten · Band 4
Hier liegen die Fälle aus Band 4. Öffnen Sie eine Akte, um mehr über den Fall zu erfahren. Die ausführlichen Vorschauen können wichtige Wendungen verraten.
Die Akten dieses Bandes
Fallakte 17 · Letzter Aufschlag rechts – und dann krachte es
In der Traglufthalle knallt es. Sechzehnmal in vierzehn Monaten, immer abends, immer beim Umschalten der Gebläse. Zwei Spieler stürzen, ein Vierundsiebzigjähriger steht nicht mehr richtig auf und stirbt sieben Wochen später in der Reha, und niemand hat die beiden Daten je nebeneinandergelegt. Der Verein hält es für Pfusch, die Versicherung für Verschleiß, und Erdmann fällt auf, dass Pfusch keinen Takt hat. Für den einen Abend, an dem ein Sechzehnjähriger stürzt, verzeichnet die Hallenautomatik nichts. Genau diese Lücke ist die Lösung.
Fallakte 18 · Gerüchte über Grasnarben
Ein Streifen unter den drei Rasenplätzen gehört seit 1974 jemand anderem. Der Mann, dem ergehört, weiß es seit dreißig Jahren und hat dreißig Jahre geschwiegen. In der Nacht vor der Mitgliederversammlung liegt der alte Grenzstein frei. Am Morgen geht die Frau, die seit zwanzig Jahren alles macht, was sonst keiner macht, wie immer den kurzen Weg über Platz eins. Dreißig Meter entfernt steht jemand in der Hecke und sieht zu. Die Tat ist nicht die Grube. Die Tat ist das Stehenbleiben, und dafür gibt es einen Paragrafen.
Fallakte 19 · Verlorene Ehre
Von der Tribüne kommt ein „Aus!“, jedes Mal, nachdem zwei Finger auf das Geländer geklopft haben, und ein fünfzehnjähriges Mädchen muss in einer halben Sekunde entscheiden, ob eseinem Erwachsenen widerspricht. Die Jugendtrainerin nimmt die Rufe auf. Zwei Tage später liegt bei der Polizei eine anonyme Anzeige gegen sie selbst, mit einer Tondatei, auf der sie sich mit ihrer eigenen Stimme belastet. Jedes Wort darin ist ihres. Der Satz ist es nicht. Sie könnte sich entlasten und schweigt, weil ihre Verteidigung ein Kind kosten würde.



